Auch sein Interesse an den Lastkraftwagen hat die Familie in ihm geweckt. Seine älteren Brüder begleitete er häufig als Beifahrer in den Lkw. Bereits früh half er ihnen dabei, ihre Transportgüter mit Schaufeln auf- und abzuladen, als es noch keine Kipper gab. 1953 war es dann auch für Rupert Leiß endlich so weit: Im Alter von 19 Jahren durfte er seinen eigenen Lkw-Führerschein machen. "Mein erster Lkw war ein Krupp-Mustang mit Anhänger", denkt Leiß zurück. Mit diesem Fahrzeug, das ein Gesamtgewicht von 20 Tonnen auf die Waage brachte, transportierte er zum Beispiel Holzstämme aus dem Wald zum Bahnhof in Tirschenreuth oder holte auf Nachttouren Zement aus Burglengenfeld. Zu den Aufgaben der Fahrer gehörte jedoch nicht nur das Steuern der Schwertransporter, sondern auch körperliche Arbeit. So musste Leiß zum Beispiel alle Fahrzeuge per Hand mit Zementsäcken beladen. Viel hat sich in all den Jahren verändert: "Mautsysteme, digitaler Tachograph, Fahrerkarte," zählt Leiß auf. Und dann war da natürlich auch noch die Einführung der Lenkzeitbegrenzung.
Und auch heute, mit 85 Jahren, macht ihm das Fahren noch so viel Freude wie zu Beginn seiner Tätigkeit. Täglich steht er um 5 Uhr auf, um 7 Uhr ist er bereits auf der ersten Baustelle. Das Unternehmen liefert etwa 1500 Tonnen Schüttgut am Tag aus, darunter auch Rindenmulch, Marmor und Granitsplitte. Der Seniorchef selbst legt am Tag noch gut 200 Kilometer mit seinem 40-Tonner zurück. Aus Neugier hat die Familie einmal ausgerechnet, wie viele Male Rupert Leiß mit den in seinem Leben zurückgelegten Kilometern die Welt umrundet haben könnte. Das Ergebnis: stolze 165 Mal. Seit 66 Jahren sitzt er mittlerweile am Lkw-Steuer. "Trotzdem hatte ich noch nie Rückenprobleme, die körperliche Arbeit, wie die schweren Bordwände zu öffnen und zu schließen, halten mich fit", sagt Leiß. Gut in Schuss ist auch sein Lastkraftwagen, den er seit nunmehr 32 Jahren fährt - mit einem Kilometerstand von 1,8 Millionen Kilometern. "Über die gute Qualität meines Fahrzeuges staunt der TÜV immer wieder", erzählt der Familienvater lachend. Und auch er als Fahrer geht regelmäßig zur Kontrolle, alle fünf Jahre muss er seinen Führerschein verlängern.
"Wenn ich dann nach einem arbeitsreichen Tag nach Hause komme, räume ich mit dem Radlader den Lagerplatz auf, bis alles an Ort und Stelle ist - das ist für mich Erholung", berichtet der rüstige Fahrer. "Ich habe Glück, dass ich eine Frau habe, die sich um mein Wohl sorgt und dass ich gesund bin", sagt Leiß. "Und solange es der Herrgott noch will, fahre ich mit Freude weiter mit meinem Lkw durch den Landkreis." Seinen Ehrentag an diesem Sonntag feiert er, musikalisch unterstützt von der Münchenreuther Bauernkapelle, mit der ganzen Familie im Gasthaus Rosner bei der Großen Kapplkirche.
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